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Depressionen gehören zum Leben – Teil 1

Hast du manchmal depressive Phasen oder gar eine länger andauernde Depression erlebt?

Ja ich weiß, man spricht noch ungern darüber. Schließlich gehören ja nur die schönen Geschichten erzählt und nur der Sonnenschein hat seine Daseinsberechtigung. Ist das denn so?

Woher kommen diese Wertungen? Sehen wir in die Natur so erkennen wir, es gibt Winter wie Sommer, Frühling wie Herbst. Dieser natürliche Rhythmus findet sich auch in uns selbst wieder. Es ist der Lebenskreislauf, ein Naturprinzip das wir in allen lebendigen Formen wiederfinden. Alles was lebt kommt und geht, stirbt und wird.

Im Äußeren scheinen wir dieses Kreislaufprinzip weitestgehend akzeptiert zu haben, doch im Inneren wehren wir uns oft noch dagegen.

Wenn die Sinnlosigkeit, Existenzlosigkeit, die Leere auftritt, du dich am liebsten verkriechst, nichts tun oder sein willst, außer einfach nur Nichts. All das scheint keinen Platz zu haben, in unserem leistungsgetrimmten Denken. Von „Depressionen“ und „Burnout“ sind also besonders die Menschen betroffen, die viel leisten können und wollen, Menschen, denen es schwer fällt einmal nichts zu tun, Ruhe zu finden, alles liegen und stehen zu lassen, NEIN zu sagen. Diese Menschen werden es in nächster Zeit immer schwerer haben. Denn unsere Seelen spielen das alte Spiel nicht mehr mit.

Im Folgenden möchte ich das Verständnis für Depression, Burnout (Eine Begleiterscheinung der Depression) ein wenig beleuchten und Wege aufzeigen, wie wir mit diesen, zu einem gesunden (!) Leben gehöhrenden Phasen, besser umgehen können. Dabei spielt es keine Rolle ob wir von einer länger anhaltenden Depression oder nur wenigen Tagen der depressiven Verstimmung sprechen. Der Ausgangspunkt ist der gleiche.

Schon in jungen Jahren musste ich für längere Zeit durch eine andauernde und tiefe Depression. Über viele Jahre hinweg war ich ausgebrannt, konnte nicht mehr mithalten. Ich weiß also wie es ist, wenn du keinen Sinn mehr in deinem Leben und Dasein erkennst, wenn dich die Dunkelheit einholt. Heute bin ich dankbar für diese große Erfahrung. Heute verstehe ich welchen Nutzen sie haben und gehe völlig anders damit um, wenn mich heute Tage des inneren Sterbens einholen.

Die Depression ist wie der Winter. Ein natürliches Erscheinen unserer inneren Uhr. Jeder Mensch folgt diesen Abläufen. Nur nicht jeder Mensch geht gleich damit um und schon lange nicht jede Kultur. In einer Kultur, die Leistung und Arbeit als ihre Maxime anstellt wird der Umgang mit Depression und allem was Leistung einschränkt sehr erschwert. In diesen Kulturen hatten derart Erscheinungen lange keinen Platz. Heute können wir uns kaum noch dagegen wehren. Die Erfahrungen von Burnout`s und Depressionen steigen. Der innere Winter macht sich breit und ist nicht mehr wegzureden oder zu vertuschen.

Das größte Problem: Wir haben verlernt Mensch sein zu dürfen. Mit allem was dazu gehört. Wenn ich weinen möchte, weine ich. Wenn ich tanzen möchte tanze ich. Wenn ich traurig sein möchte, bin ich eben traurig. Kind sein. Im Moment sein. Das anzunehmen was jetzt ist und da sein möchte. Als Kinder konnten wir es. Als Mitläufer wurde es dann allerdings schwieriger. Wem das Unterdrücken seiner eigenen Gefühle dann nicht mehr gelungen ist, dem wurden Einrichtungen und medizinische Fachabteilungen geschaffen, die fortan dafür sorgen sollen, dass dieses „ungewohnte“, „ungesunde“ Verhalten zumindest auf einem erträglichen Minimum gehalten wird. Notfalls mit Hilfe pharmazeutischer Wundermittel. Alles, nur keinen Stillstand dulden.

Verstehe mich nicht falsch. solltest du betroffen sein, kann es durchaus sein, dass du die

So leben wir, so denkt es in uns, so wurde es dir in einem gewöhnlichen Deutschen Haushalt mit der crying-572342_1280Muttermilch eingeimpft. Du bist hier um…zu. Nicht weil du bist! Die Wahrheit ist, der Stillstand findet statt wenn wir diesen Teil weiter ausgrenzen. Das Problem ist nicht „das System“ oder „die Gesellschaft“ da draußen. Das Problem ist diese Stimme in deinem Kopf die dir das einredet. Die Wurzel all unserer Probleme ist, dass wir selbst es sind, die sich nicht erlauben so zu sein wie wir (jetzt) eben sein wollen. Ob traurig, wütend, egoistisch, allein, stur, unproduktiv, faul. Als Kleinkinder durften wir das vielleicht noch. Doch schon ab dem Kindergarten galt es dann: Produktiv sein, nützlich, für andere da, nächsten-lieb, freundlich, fleißig, gut drauf… Warum nicht mal schlecht drauf sein dürfen, nicht immer nett sein sondern einzig, statt artig. Im weiteren Verlauf der tragischen Geschichte wurde ein Schockstadium geschaffen. „Wie geht`s dir?“, „Ja basst scho`, arbeiten halt“ wurde zum neuen Maßstab eines zufriedenen Lebens. Warum nicht mal ehrlich sein, nicht mal das tun und sagen was du tun und sagen willst?

Wenn wir uns nicht erlauben SELBST zu sein beginnen sich Seelenanteile abzuspalten. Wir verdrängen was noch in uns liegt, haben es in`s Hinterkammerl geschoben, um es nicht sehen müssen. Die Schatten (vgl. C.G. Jung), die wir dann gerne auf andere, Ausländer oder andere Feinbilder projizieren. Doch was passiert mit verdrängten Schatten? Sie werden größer und stärker bis sie sich entladen müssen und platzen wie eine Granate. Und dann stehen wir da, wissen nicht wie um uns geschieht. Doch eine Chance tut sich damit auf für jeden Betroffenen. Sich endlich wieder anzunehmen mit allem was wir sind.

>>Jetzt in Teil 2 weiterlesen

Danke für deine Zeit diese Zeilen zu lesen!

Johannes

 

 

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